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Artikel: Wandgestaltung auf Station

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Wandgestaltung auf Station

Wandgestaltung auf Station 1

Für die Jugendlichen sollen mehrere Erfahrungsmomente erlebbar werden: Sich etwas zutrauen, ein Projekt durchziehen, einen Arbeitsablauf strukturiert durchführen, handwerkliche Fähigkeiten lernen, motorische Fähigkeiten entwickeln, auf einer Leiter stehend arbeiten, Vorsichtsmaßnahmen beachten, kreatives Gestalten mit Putz und Farbe, Zusammenarbeit im Team, sich etwas Neues zeigen lassen und schließlich ein Erfolgserlebnis haben. An drei Nachmittagen wird die Wand gemeinsam in Angriff genommen.

FESCHE WAND sponsert dazu nicht nur den benötigten Kalkputz und die Grundierung, sondern auch gleich das Know-how. Bisher waren die Wände mit Latex-Farben gestrichen. Zwar sehr strapazierfähig, aber eben mit jeder Menge Kunststoff versetzt - eine Plastikoberfläche. Ein Kalkeffektputz ist eine natürliche Alternative dazu.

Die Ausführung
Am ersten Tag wird alles vorbereitet und die Mineralputzgrundierung gestrichen. Das Auftragen mit der Malerrolle bereitet den Jugendlichen kaum Probleme. Außerdem ist es bei einer Grundierung auch nicht schlimm, wenn der Anstrich etwas ungleichmäßig ausfällt.

Pigment in die Putzmasse einrühren und mit Wasser die leicht spachtelbare Konsistenz des Mörtels einstellen sind die ersten Aufgaben am zweiten Projekttag. Weil das trockene Kalkpulver durch die hohe Alkalität reizend ist, muss hier ein Mund- und Nasenschutz getragen werden. Aber das ist in Corona-Zeiten ja nichts Ungewöhnliches.

Danach geht es ans Verputzen mit der Glättekelle. Wie halte ich die Kelle, wie kommt der Putz auf die Wand und wie wird er dort gleichmäßig verteilt, das muss man erst einmal lernen und selber ausprobieren.

Den Kalkeffektputz gleichmäßig auftragen und nachglätten ist auf der großen Fläche gar nicht so einfach. Das kostet ziemlich Kraft, vor allem, wenn man solche Arbeiten nicht gewohnt ist. Schließlich ist die ganze Fläche fertig verputzt und kann über Nacht durchtrocknen.

Mit einer Olivenölseife wird die Wand am dritten Tag gleichmäßig eingepinselt. Dabei verseift die Oberfläche und der Kalkputz wird wasser-abweisend.
In einem weiteren Arbeitsgang wird einer Wachs-Seifen-Mischung noch ein Silber-Effekt Pigment beigemischt. Eine Person streicht mit dem Pinsel ein Stück der Fläche ein und die zweite Person glättet mit der Glättekelle nach, um die besondere Struktur des Kalkeffektputzes zur Geltung zu bringen und einen leichten Seidenglanz zu erzielen.

Mit Goldpigment wird an einer Stelle noch der besondere Effekt als „Goldader“ eingezogen

Überlegungen zum Projekt:

Es gibt eine Wechselwirkung zwischen der gebauten Umgebung, und den Menschen darin. Besonders Farben auf Wänden in Innenräumen haben einen Einfluss auf die Bewohner oder Besucher dieser Räume. Die Architektur-Psychologie befasst sich ausführlich mit solchen Themen.
Einige Aspekte zur Material- und Farbauswahl auf dieser gestalteten Wand im Esszimmer der Station 1 sind ganz bewusst aufgegriffen worden. Der Grundfarbton Grau ist zum einen neutral und er ist kombinierbar mit fast allen anderen Farbtönen. Da das vorhandene Mobiliar bereits vielfarbig ist, sollte kein weiterer bunter Farbton dazu kommen. Selber gemalte Bilder der Patienten, die hier immer wieder präsentiert werden „leuchten“ auf grauem Untergrund umso mehr.

Der Kalkputz von FESCHE WAND zählt zu den Naturbaustoffen. Er ist ohne Kunststoff-Zusätze oder Konservierungsstoffe. Kalkputz wirkt durch seine Alkalität desinfizierend und schimmelpilzwidrig. Mit der Verseifung des Kalkeffektputzes wird die Oberfläche auf natürliche Art strapazierfähig und kann auch einmal abgewaschen werden, was bei der intensiven Nutzung des Raumes manchmal nötig ist.

Der Kalkeffektputz lässt sich auch von ungeübten Personen verarbeiten, durch die raue Struktur und die eingeschlossenen Schieferglimmer-Partikel wird jede Wand ein Unikat mit besonderem Look.

Eventuell symbolisiert der Farbton Grau das Erleben und die bisherigen Erfahrungen vieler Patienten und Patientinnen im Fachkrankenhauses für Psychiatrie, dass ihr Leben eben manchmal grau und düster ist. Auch die grobe, teilweise aufgerissene Struktur und die „Narben“ sind durchaus Erfahrungen von Patienten.
Das Grau wird aber überspielt durch den leicht silbrigen Wachs-Überzug. Der zeigt auf der Wand einen Silberschimmer, besonders in den rauen Stellen. Auch die Einschlüsse des Schieferglimmers im Kalkputz sind kleine schimmernde Punkte, die es bei näherem Hinsehen zu entdecken gibt. Vielleicht finden sich hier Parallelen zu den Erfahrungen, die man auf im Fachkrankenhauses für Psychiatrie machen kann, die wertvollen Anteile in einem selber zu entdecken oder sogar eine kleine Goldader.